Drucksensor selbstgebaut


Hier stelle ich einen Selbstbau-Drucksensor vor. Klar jeder Roboter soll „merken“ wenn er gegen ein Hindernis stößt oder bei einem Greifer soll festgestellt werden wie stark der Druck ist, um zu vermeiden den ergriffenen Gegenstand zu zerdrücken.

Drucksensoren kann man auch kaufen, sind aber teuer. Nachfolgend eine kleine Anleitung wie man einen einfachen Drucksensor auch selber bauen kann.

    Benötigte Teile:
  • einseitig kupferkaschierte Platine oder Streifenrasterplatine
  • leitfähiger Schaumstoff (wird für Chip-Transport genutzt) (bei Conrad-Elektronik)
  • zweiadriges Kabel
  • doppelseitiges Klebeband oder UHU
  • Lötkolben und Lötzinn
  • Meßgerät
  • Zeit 🙂
  • Nun müssen zwei Streifen (ca 5-10mm breit) aus der Platine geschnitten werden. Die Länge/Breite ist davon abhängig wie groß der Schalter werden soll. Letztendlich ist die Form aber egal, man könnte auch quadratische Sensoren bauen. Anschließend wird an jeden Streifen ein Kabel angelötet. Zwischen diese beiden Streifen kommt nun ein entsprechend langer und breiter Streifen des leitfähigen Schaumstoffes. Das doppelseitige Klebeband nun in kleinen Stücken jeweils auf der Ober- und Unterseite des Schaumstoffes kleben.

      Wichtig:


    nicht komplett über die ganze Länge, da sonst kein Strom fließen kann! Also nur kleine Stücke, so dass der Schaumstoff immer mit dem Kupfer in Verbindung kommt. Anschließend die Kupferstreifen mit der Kupferseite auf den Schaumstoff drücken – FERTIG –

    Mit einem Meßgerät kann nun der Widerstand zwischen den beiden Kabeln gemessen werden. Drückt man nun den Sensor zusammen, wird am am Meßgerät einen geringeren Widerstand feststellen, als wenn man ohne Druck misst.

    In BASCOM kann man jetzt ganz einfach über einen ADC-Port den Schalter anschließen und messen ob sich der Widerstand ändern.

      Zur Info:

    Der Widerstand wirkt physikalisch gesehen wie ein Spannungsteiler bzw. ein Potentiomenter.

      Ach nochwas:

    Ein Problem haben diese selbstgebauten Sensoren. Den Schaumstoff darf man nicht zu lange pressen, dann bleibt er so platt gedrückt und kommt nicht mehr in die Ausgangsposition zurück, dann ist der Sensro wahrscheinlich defekt.

    Die nachfolgenden Bilder zeigen wie ein solcher Drucksensor aussieht und welche Werter DIESER Sensor liefert. Bitte beachtet, jeder Sensor wird andere Werte liefern!!!

    Viel Spass
    Euer Bernd

    Einzelteile
    Hier sind die Teile zusammengesetzt.kein Druck auf dem Sensor => hoher Widerstandleichter Druck auf dem Sensor

    Hier wird schon mehr Druck auf dem Sensor ausgeübt

    Druckschalter zusammen gepresst

    [11-05-2010]
    Die Arbeit wurde fortgesetzt und sieben dieser Sensoren am Roboter angebracht. Weiterhin wurde eine kleine Software entwickelt die die Sensoren abfragt. Angeschlossen werden die Sensoren über eine kleine Schaltung, die einfach nachgebaut werden kann.
    Die Sensoren reagieren ab ca 60g Druck. Man sollte sie aber nicht zu fein einstellen, da es ansonsten leicht zu Fehlmessungen kommen kann.

    Befestigung am Bot
    Detailansicht

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    1. #1 von Martin am 22. September 2010 - 16:54

      Hallo,

      leitfähigen Schaumstoff gibt es in zwei Sorten:
      a) den gröberen / lockereren Schaumstoff zum Einstecken von ICs.
      b) einen weicheren und normal dichten Schaumstoff zum Auskleiden von Koffern…

      Für die Kraftsensoren ist b) wohl besser, weil er wahrscheinlich auch elastischer ist.
      Hier ist eine Herstellerseite, die das erklärt.
      http://www.iteco.it/pdf/iteco_53_ger.pdf

      Stellt sich bloß noch die Frage, wer den weichen leitfähigen Schaumstoff verkauft.

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